Was ist das Stiftskapitel?
Das Stiftskapitel ist die Gemeinschaft der Stiftsdamen, auch Kapitularinnen genannt. Stiftsdamen sind alleinstehende Frauen, die gern selbständig leben, denen aber eine christliche Gemeinschaft wichtig ist.
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Jede vor Ort wohnende Kapitularin hat ihren eigenen Haushalt in einer abgeschlossenen Wohnung. Sie versorgt sich selbst. Die Verantwortung für das Stift und die christlichen Wurzeln ist die Grundlage des Zusammenlebens. Im Stift gibt es keine Residenzpflicht, daher wohnen nicht alle Kapitularinnen vor Ort. Seit 2005 werden nur noch Kapitularinnen aufgenommen, die im Stift mit leben und arbeiten wollen. So leben neben der Äbtissin die jüngeren Kapitularinnen nun wieder vor Ort im Stift. Die Älteren wohnen in ganz Europa verteilt und kommen je nach Gesundheitszustand nur zum Kapiteltag oder auch zu Kulturveranstaltungen in das Stift. |
Stiftskapitel im Ornat beim Kapiteltag 2008
(von links nach rechts: Kapitularin Dr. Oldermann, Kapitularin Freiin v. Ledebur, Kapitularin Meyer, Äbtissin Britta Rook, Kapitularin Pointke)
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Förster Kopka erläutert dem Stiftskapitel vor Ort die neuesten Planungen im Wald |
Das Stiftskapitel, die Gemeinschaft aller Stiftsdamen (Kapitularinnen), kommt beim Kapiteltag rund um Michaelis im Stift zusammen und übernimmt dabei u.a. auch seine weltliche Aufgaben. Es entscheidet über den Haushalt des Stiftes, grundlegende konzeptionelle Überlegungen, große Bauvorhaben und ist somit für Erhalt und Nutzung der Gebäude verantwortlich. Der Ertrag der Forstwirtschaft in den stiftseigenen Wäldern ist dabei ebenso Thema, wie die Gestaltung von Pachtverträgen, denn das Stift lebt von den Erträgen aus seinen land- und forstwirtschaftlichen Flächen. |
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Für die Kapitularinnen vor Ort sind die selbst gestalteten Gottesdienste und Andachten der Mittelpunkt des geistlichen Gemeinschaftsleben, aber auch gesellige Angebote füreinander spielen eine wichtige Rolle. Die Aufgaben einer Stiftsdame sind vielfältig und richtet sich nach ihren Fähigkeiten. Sie bieten Führungen, Seminare und Meditationsangebote an, arbeiten im Garten ... oder spielen mit den Kindern in den Gästehäusern Fußball. So findet jede neben den Gemeinschaftsaufgaben ihren Talenten angepasste Schwerpunkte der Arbeit. |
Gebetszeit im Oratorium |
Und wie werde ich Stiftsdame?
- Sie sind zwischen 35 und 60 Jahre alt, alleinstehend und haben einen Beruf.
- Sie sind Mitglied der evangelischen oder katholischen Kirche und möchten Ihren christlichen Glauben in einer Gemeinschaft leben, aber eigenverantwortlich und selbständig.
- Die Berufstätigkeit ist Ihnen wichtig, doch Ihre Lebens- oder Arbeitssituation ist augenblicklich so, daß Sie etwas ändern möchten?
- Sie übernehmen gern Verantwortung und stellen sich bewußt in eine über 750jährige Frauentradition.
Dann sollten Sie ein paar Tage oder länger hier Urlaub machen, um zu erfahren, wie es sich hier lebt. Das ist ganz unverbindlich, und Sie bestimmen, ob Sie mit uns über unsere Lebensweise reden wollen oder erst mal nicht. Eine Auszeit in Börstel tut immer gut!